Bacher: Es gibt vier Baustellen im Gesundheitsbereich

„Ich plane einen parteiübergreifenden runden Tisch“

Abg. z. Nationalrat Walter Bacher möchte zur Diskussion rund um die „vier Baustellen im Gesundheitsbereich Pinzgau“ Anfang Oktober einen parteiübergreifenden „Runden Tisch“ mit Bürgermeistern, Landtagsabgeordneten und Ärzten organisieren. Beim Radiologie-Thema hat er dieselben Befürchtungen wie Dr. Silli und Dr. Kleinschuster; so wie sie ortet er auch einen massiven Nachteil, vor allem im Vorsorgebereich. Zudem spricht Bacher weitere „Baustellen“ an: Aus dem KH Mittersill gibt es Gerüchte, wonach die Notfallambulanz Patienten nicht mehr die ganze Nacht, sondern nur noch bis 23 Uhr offenstehen soll. Dies wäre vor allem angesichts dessen, dass – wie den Medien bereits zu entnehmen war – der Bereitschaftsdienst der Hausärzte landesweit ebenfalls dem Rotstift zum Opfer fallen und durch eine telefonische Hotline ersetzt werden könnte, prekär. Und zum Mittersiller Hebammenzentrum: Bacher findet, dass die 24-Stunden-Hotline zwar durchaus mit PEPP (Pro Eltern Pinzgau/Pongau) koordiniert werden könne. Gleichzeitg sei wichtig, dass die Rufbereitschaft (auch Hausbesuche) erhalten bleibt.

Hier ein weiterer Bezirksblatt-Bericht zum Thema Gesundheitsversorgung im Pinzgau (Gespräch Dr. S. Silli, Dr. J. Kleinschuster und Bgm. P. Padourek):

Patienten, Ärzte und Lokalpolitiker bangen um die Zukunft der radiologischen Versorgung im Pinzgau.

PINZGAU (cn). Wohl alle Menschen in der Region, die sich mit der Materie befassen, verstehen die Welt nicht mehr. Obwohl in einer Landtagssitzung 2014 einstimmig beschlossen wurde, dass die ambulante radiologische Versorgung der Pinzgauer weiterhin im Bereich der niedergelassenen Ärzte zu erfolgen hat, stellt sich die Situation plötzlich gegenteilig dar.

Krankenhausambulanzen statt Facharztpraxen

Die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) und die Salzburger Ärztekammer haben sich auf folgendes Modell geeinigt: Die bisher von Dr. Johannes Vogler in Saalfelden und von Dr. Siegfried Silli in Zell am See (er wechselt in vier Jahren in den Ruhestand, Dr. Vogler schon früher) erbrachten Leistungen sollen in Zukunft von den Ambulanzen des Tauernklinikums (KH Zell am See/KH Mittersill) und von der Privaten Krankenanstalt Ritzensee übernommen werden. Die Argumentation: Dadurch könnten röntgenologische Facharztpraxen in anderen Bezirken für die nähere Zukunft gesichert werden.

Zunächst sollte es eine Gruppenpraxis werden…

Als kostenneutrale und die bestehende Synergie nutzende Lösung im Pinzgau war zunächst eine mit den drei Spitälern kooperierende Gruppenpraxis mit den zwei Standorten Salzburg und Zell am See (Ordination Dr. Silli bzw. dessen Nachfolger) geplant. Diese Option hätten viele Pinzgauer Ärzte (es existiert eine lange Liste) und beispielsweise auch der „nun überraschte und frustrierte“ Zeller Bürgermeister Peter Padourek – die Stadtgemeinde ist auch Rechtsträger des städtischen Krankenhauses – für äußerst sinnvoll befunden.

„Nur Nachteile für die Patienten…“

Im neuen und für sie äußerst unlogischen, nur mit hohen Investitionen der Steuerzahler umsetzbaren SGKK/Ärztekammer-Modell sehen Dr. Silli und Dr. Josef Kleinschuster – er ordiniert als Facharzt für Orthopädie in Zell/See und arbeitet als solcher auch mit Radiologen zusammen – nur Nachteile für die Patienten, und zwar unter anderem in den Bereichen gesetzlicher Wahlfreiheit, Zeitaufwand, Kosten und Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie sagen: „Wir selber hätten absolut keine finanziellen Nachteile; es geht uns um die Region und um das Wohl unserer Patienten. Wir bekommen ihre Ängste und Befürchtungen hautnah mit.“

Regiert die Landesregierung oder die SGKK und die Ärztekammer?

Und Bgm. Peter Padourek zur BB-Frage, wer denn das Land regiere – die Landesregierung oder die SGKK bzw. die Ärztekammer: „Das ist eine gute Frage, die man sich zu Recht stellen kann.“ Sich zu Wort gemeldet, bzw. große Sorgen und Bedenken geäußert, hat auch Hugo Kendlbacher, Obmann-Stv. des Pensionistenverbandes Pinzgau.