G-Link übertrifft alle Erwartungen – NR Walter Bacher zu Besuch bei den Bergbahnen Wagrain

, BBPongau, April 2014

Christoph Baumann (Vorstand Bergbahnen AG Wagrain), Walter Bacher (Nationalratsabgeordneter), Kajetan Uriach (Landessekretär- Gewerkschaft) und Peter Höller (Betriebsrat der Bergbahnen AG Wagrain)
In dieser Woche wird der 800.000 Fahrgast in der G-Link, der Wagrainer Pendelbahn, erwartet. Nationalratsabgeordneter Walter Bacher machte sich im Rahmen eines Besuchs ein Bild von der Pendelbahn, die für den enormen Gästezuwachs, sowie viele andere positive Veränderungen in Wagrain verantwortlich gemacht wird.
WAGRAIN (ms). „Der Novemberschnee hat uns den Winter gesichert“, so der Tenor von Christoph Baumann, dem Vorstand der Bergbahnen AG Wagrain. Aber nicht nur der Novemberschnee sorgte dafür, dass die Wagrainer trotz des milden Winters anstatt Tourismus-Einbußen, wie in vielen anderen Gemeinden, einen enormen Gästezuwachs hatten. Die neue G-LINK Pendelbahn, die mit Beginn der vergangenen Wintersaison eröffnet wurde übertraf jegliche Erwartungen der Bergbahnen Wagrain.

In dieser Woche, praktisch zum Ende der Wintersaison, wird der 800.000 Fahrgast in der G-Link erwartet. „Durch die Errichtung G-LINK haben unsere Besucher das Gefühl bekommen, als hätte sich das Skigebiet vergrößert“, erzählt Baumann. Was nicht zuletzt für den enormen Gästezuwachs verantwortlich ist. Am 30. Dezember der vergangenen Saison, stieß auch erstmals die „Flying Mozart“, die auf der einen Bergseite die Gäste zur G-Link hochbefördert, an ihre Grenzen. Das Maximum ihrer Förderleistung wurde an diesem Tag voll ausgeschöpft.

Nun gibt es aber auch noch einige andere positive Nebeneffekte, die die G-Link bedingt: Im Ort konnte das Parkplatzproblem aus den vergangenen Jahren reduziert werden, da die Skibusse wieder mehr benutzt werden. Vor allem deswegen, weil diese nicht mehr so überfüllt sind.
Die Privatzimmer im Moadörfl wurden aufgewertet und allgemeine Stauproblematik in der Gemeinde konnte reduziert werden, da nun viele Skifahrer einen anderen Weg, wie etwa über die „Rote Achter“ oder „Alpendorf“ wählen und somit erst gar nicht ins Zentrum von Wagrain fahren.

Auf eine „gute“ Nachbarschaft
„Die G-LINK wir aber auch deswegen so gut angenommen, weil sich auch in Alpendorf in den letzten Jahren einiges getan hat. Zusammen mit den St. Johannern haben die Wagrainer knappe 40 Millionen Euro in den Ausbau bzw. neue Seilbahnen investiert. Eine Investition die sich sehen lassen kann: Top modern und attraktiv bekommt hier der Gast nun etwas geboten, das es nicht überall gibt.

Milder Winter – kein Problem
Trotz des milden Winters gab es in Wagrain kein Problem. Auch aktuell kann der Gast mit seinen Skiern noch Schwünge bis ins Tal ziehen. Der Novemberschnee hat die Saison gesichert, danach wurde sehr viel mit Schneekanonen gearbeitet. Ohne dieser Technik hätte es heuer mager ausgesehen.

Neue Arbeitsplätze
Durch die G-LINK sind bei den Bergbahnen Wagrain auch neue Arbeitsplätze entstanden. Sieben zusätzliche Personen arbeiten nun für die neue Pendelbahn, was lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein ist, wenn man bedenkt, dass im Winter etwa 145 Personen in der Wagrainer Bergwelt beschäftigt sind. Zusätzlich gibt es zwei Personen, die im Rahmen ihrer Arbeit an der Seilbahn auf dem zweiten Bildungsweg, die Ausbildung zum Seilbahntechniker absolvierten. Fünf weitere Lehrlinge, davon auch eine Dame, sind derzeit in Wagrain in dieser Ausbildung.

Walter Bacher setzte sich dafür ein
Unser Land Österreich hat hier eine Vorreiterrolle übernommen. „Der Beruf des Seilbahntechnikers ist noch relativ neu. Erst seit 2008 gibt es die Berufsausbildung. Initiator war allen voran Nationalratsabgeortneter Walter Bacher. “ Es war nicht einfach eine Ausbildung zum Seilbahntechniker als anerkannten Beruf zu verankern. Wenn man bedenkt, dass diese Personen Schlosser, Mechatroniker und Elektriker gleichermaßen sein sollten“, freut sich nun Bacher im Nachhinein. Die weltweit einzige Berufsschule findet sich derzeit in Hallein. In der ehemaligen Johnson&Johnson Halle ist dafür alles an Seilbahntechnik zusammengetragen worden, was es an dieser Technik in unserem Land so gibt. Hier wird den Lehrlingen im Rahmen eine dreieinhalb Jahre langen Lehre, das geboten, was es sonst nirgendwo gibt.

Inzwischen gibt es 203 fertig ausgebildete Seilbahntechniker, 60 davon haben die Lehre auf dem zweiten Bildungsweg abgeshlossen. Nicht zuletzt deswegen, weil beinahe alle von ihnen bereits jahrelang für einen Bergbahnen-Betrieb tätig waren. Nun kommen aber viele junge Menschen nach, da es ein überaus interessanter und abwechslungsreicher Beruf ist, der nicht nur – so wie es vielleicht den Anschein macht – im Winter viele Aufgaben hat.

„Auch im Sommer gibt es auf unseren Bergen viel zu tun, denn wenn der erste Wintergast vor der Türe steht, muss wieder alles reibungslos funktionieren. Das wird von den Gästen erwartet. Um das garantieren zu können, müssen unsere Seilbahntechniker den ganzen Sommer lang Vorbereitungen treffen, Reparaturen und Wartungen erledigen, usw.“, erzählt Walter Bacher. Inzwischen ist es möglich an die Lehre des Seilbahntechnikers einen HTL-Lehrgang anzuschließen. Auch in Wagrain gibt es eine Person, die diesen derzeit absolviert. „Die nächste Aufgabe wird sein, eine Hochschulausbildung zu gestalten. Diese soll dann für die Elite, sozusagen die Besten der Besten, zugänglich gemacht werden und zukünftige Geschäftsführer der Bergbahnenbetriebe hervorbringen“, so Bacher, der bei dieser Berufsausbildung als Mann der ersten Stunde gilt. In Österreich gibt es etwa 250 Bergbahnen-Betriebe, 75 von ihnen bilden inzwischen Seilbahntechniker aus.