Langfristige Strategie für die Struckerkaserne benötigt

Bacher und Brand: Anstatt kurzfristiger Übergangslösungen braucht es endlich ein nachhaltiges Konzept

 Seit Bekanntwerden der Schließungspläne rund um die Struckerkaserne in Tamsweg setzen sich Nationalratsabgeordneter Walter Bacher und SPÖ-Bezirksvorsitzender Landtagsabgeordneter Gerd Brand vehement für den Erhalt der Kaserne ein. Die jüngsten Pläne für die Kasernennutzung stoßen daher auf Kritik bei den beiden. „Was der Lungau dringend benötigt, ist ein nachhaltiges Konzept, um die Region zu stärken. Immerhin kämpft der Lungau seit vielen Jahren mit Abwanderung und verliert durch die Einsparpläne in der Verteidigungs- und Gesundheitspolitik für den Bezirk wichtige Arbeitsplätze“, weiß der Lungauer Bezirksvorsitzende Landtagsabgeordneter Gerd Brand.

„Gerade auf Bundesebene bemühe ich mich stets, die Interessen des Lungaus zu vertreten und auch die Auswirkungen, die mit dem Verlust des Kasernenstandorts verbunden sind, weiterzugeben. Leider gibt es weder vom Finanz- noch vom Verteidigungsminister Anzeichen dafür, dass eine Aufrechthaltung der Struckerkaserne möglich sein wird“, informiert Nationalratsabgeordneter Walter Bacher, der sich gemeinsam mit Gerd Brand natürlich auch weiterhin für den Erhalt der Kaserne ausspricht.

Nachhaltige Lösung benötigt

Nachdem sich jedoch zunehmend abzeichnet, dass die Kaserne in Tamsweg keine Chance mehr darauf hat, weiter zu bestehen, erwarten sich Bacher und Brand zumindest auch eine nachhaltige Lösung für die Nachnutzung. „Es braucht einen langfristigen Pachtvertrag, der für die Region auch sinnvoll ist und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördert“, sind sich Bacher und Brand einig und ergänzen: „Das Einzige, was man von Landeshauptmann Haslauer dazu hört, beschränkt sich auf die Kritik am Verteidigungsminister. Wenn er doch einen so guten Draht nach Wien hat, warum spricht er nicht mal mit dem Finanzminister über die Zukunft des Militärs? Das Verteidigungsministerium finanziell auszuhungern und zugleich einfordern, dass dennoch alles so aufrechterhalten bleibt, wie es ist – da muss auch der Landeshauptmann erkennen, dass das nicht funktioniert.“

Doch nicht nur die fehlende Aufforderung an den Finanzminister stößt bei den beiden auf Kritik. Es sei auch die Innenministerin gefragt, endlich eine Strategie für die Flüchtlingsströme zu erarbeiten. „Im Lungau sind derzeit mehr AsylwerberInnen als im Flachgau. Dennoch sollen jetzt – weil eh niemand weiß, wie es mit der Kaserne weitergehen soll – die Flüchtlinge dort unterkommen, bei fehlender Infrastruktur und ohne Möglichkeiten auch hier zu bleiben“, beklagt Brand das Problem. Beim Bürgergespräch „Jetzt red`st du“ Anfang Mai im Lungau berichteten BürgerInnen genau von diesem Problem. So wurde erzählt, dass es durchaus AsylwerberInnen gebe, die auch im Lungau bleiben möchten, aber ohne Aussicht auf eine Arbeit, würden die ohnehin in die Stadt ziehen wollen. „Flüchtlinge brauchen Unterstützung und auch Andockstationen, wenn sie zu uns kommen. Der Lungau bietet nicht die Voraussetzung, um noch mehr Flüchtlinge als bisher aufzunehmen und zu betreuen. Hier muss auch Landesrätin Berthold endlich mal ihre Hausaufgaben machen, die weder genügend geeignete Unterkünfte findet geschweige denn eine Strategie entwickelt, was passiert, wenn die Flüchtlinge die Asylberechtigung bekommen haben. Hier werden die Kommunen einfach im Stich gelassen“, ärgert sich Brand.

Bacher und Brand zeigen sich empört über die Behandlung des südlichsten Landesbezirks. „Es scheint einfach so: Die Innenministerin schafft es nicht, geeignete Unterkünfte mit einer gut funktionierenden Infrastruktur zu finden. Da gibt es Kasernenstandorte, die ohnehin geschlossen werden sollen. Dann lösen wir das halt mal so. Gleichzeitig gibt es in Spittal an der Drau freie Betten für Flüchtlinge, wo aber die Anforderungen nicht ausreichend sind, um diese dort unterzubringen, daher werden die Rekruten dorthin geschickt“, fassen Brand und Bacher das Problem zusammen und ergänzen abschließend: „Im Fall der Struckerkaserne hilft der vorliegende Vorschlag weder den Flüchtlingen, noch den Kasernen-Bediensteten und auch nicht dem Lungau als Region!“