Walter Bacher ist stolz auf die Pinzgauerinnen und Pinzgauer – 700 TeilnehmerInnen bei Kundgebung für den Erhalt des KH Mittersill

5.390 Unterschriften für ein modernes Regionalkrankenhaus

„Standort in Gefahr: KH Mittersill erhalten!“, stand auf einigen Transparenten geschrieben. Ebenso wurde extra ein Minibagger angekarrt, der symbolhaft für die Aufforderung an die Landesregierung stand, dem Einlenken nun auch Taten folgen zu lassen. Gemeint ist der längst überfällige Bau neuer OP-Säle. Knapp 150 Leute wurden erwartet. Tatsächlich waren es laut Polizei mehr als 700 Teilnehmer_innen, die bei der heutigen Kundgebung ein lautes Zeichen dafür setzten, dass es auch in Zukunft ein modernes Regionalkrankenhaus in Mittersill braucht. Mit einem Postwurf und Plakaten hatte die SPÖ im Pinzgau  vergangene Woche die ansässigen Bewohner_innen zu einem überparteilichen Signal an Landesregierung aufgefordert. Ein solches Signal wurde auch gesetzt. So befand sich etwa auch der ÖVP-Landtagsabgeordnete Michael Obermoser inmitten der Menschenmasse, die vom Stadtplatz zur Klinik zog. „Danke für die Unterstützung“, lauteten die Rufe von unzähligen Angestellten, als sich die Demonstrant_innen dem Krankenhaus näherten. Die erste Rede hielt der ansässige niedergelassene Arzt Dr. Peter Sturm, der mit emotionalen Worten die dramatische Situation schilderte. Vonseiten der SPÖ sprachen der Salzburger SPÖ-Chef Walter Steidl und der Pinzgauer  Nationalratsabgeordnete Walter Bacher. Für die Arbeiterkammer und den ÖGB wandte sich der Salzburger FSG-Vorsitzende Gerald Forcher an die Besucher_innen.

„Ich bin stolz darauf, dass die Oberpinzgauer Bevölkerung mit so viel Einsatz für ihr Krankenhaus in Mittersill kämpft“, rief der Bezirksvorsitzende der Pinzgauer SPÖ Walter Bacher den Leuten bei starkem Beifall zu und verkündete stolz: „Innerhalb von zehn Tagen haben bereits 5.390 Menschen bei unserer Unterschriftenliste unterschrieben. Ich bin davon überzeugt, dass auch heute noch viele dazukommen. Außerdem haben bei einer gleich gearteten Resolution vonseiten der Angestellten an die Landesregierung 160 von 180 Angestellten unterschrieben.“ Weniger euphorisch klang er, als er die jüngsten Entwicklungen ansprach: „Während die ÖVP die bestehenden Probleme unter den Teppich kehrt, spitzt sich diese immer mehr zu. Am vergangenen Wochenende musste aufgrund mangelnder Ärzte Patientinnen und Patienten bereits abgewiesen werden. Sollte sich die Situation nicht urplötzlich verbessern, so wird die Interne ab April untertags nur noch mit einem Arzt besetzt. In der Nacht wird die Station zum Teil überhaupt ohne Arzt auskommen müssen, weil es nur mehr einen gibt, der allerdings zwischen Zell am See und Mittersill hin und her pendeln muss. Ein unhaltbarer Zustand.“

Dr. Peter Sturm, welcher sich den Forderungen der Unterschriften anschloss, forderte daher endlich klare Worte: „Im Sinne der Bevölkerung und unserer Gesundheitsversorgung braucht es endlich einen überparteilichen Schulterschluss. Das Management der Tauernkliniken müssen endlich die Tagesprobleme anpacken. Derzeit scheint es so, dass in einer nebulösen Zukunft gedacht und organisiert wird.“ Selbst wenn der schlimmste Fall eintreten soll und das Krankenhaus nicht mehr finanzierbar sein soll, fordert er von der Landesregierung wenigstens klare Worte: „Es kann nicht sein, dass wir Scheibchenweise mit schlechten Nachrichten konfrontiert werden. Die Wahrheit muss auf den Tisch, selbst wenn sie den Untergang unseres Krankenhauses bedeuten würde.“
Ein Szenario, das für den Gewerkschafter Gerald Forcher auf keinen Fall eintreten darf: „Wir sind stolz auf unsere österreichische Gesundheitsversorgung, die auch in den Regionen für hervorragende Qualität sorgt. Wir sind stolz darauf, dass im Krankenhaus Mittersilll 6.000 Patientinnen und Patienten stationär hervorragend behandelt und noch einmal doppelt so viele Menschen ambulant versorgt werden. Das muss auch in Zukunft so bleiben. Hier geht es aber auch um mehr als 180 Arbeitsplätze. 180 Menschen mit Familien, deren berufliche Existenz von diesem Krankenhaus abhängt.“

Der Salzburger SPÖ-Chef Walter Steidl verschärfte in seiner Rede noch einmal den Ton: „Wer bei den Krankenhäusern einsparen will, hat nicht verstanden, dass unsere Gesundheit unbezahlbar ist. Wenn wir gemeinsam laut sind, werden wir unsere Forderungen umsetzen. Die ÖVP und die Grünen können uns zwar im Landtag überstimmen, sie können aber nicht die berichtigten Anliegen der Oberpinzgauerinnen und Oberpinzgauer mit Füßen treten. Ich möchte aber hiermit an alle Parteien appellieren: Setzen wir endlich den Beschluss um, den die Landesregierung bereits 2013 beschlossen hat. Hätte Stöckl seither nicht immer wieder den Bau der OP-Säle verschoben, dann hätten wir bereits jetzt ein modernes Krankenhaus. Ich weiß nicht, ob es Ignoranz ist, oder notorische Inkompetenz, als Gesundheitsreferent Stöckl Anfang März meinte, er mache sich mittlerweile Sorgen um das Krankenhaus Mittersill. Er macht sich Sorgen um seine eigene Politik und kritisiert damit seine eigene Untätigkeit.“ Steidl zeigte sich in seiner Rede immerhin davon überzeugt, dass der Schulterschluss mit der Bevölkerung nun doch Früchte tragen wird.

Salzburger SPÖ-Chef Walter Steidl nahm auch Bezug auf jüngste Reaktionen der ÖVP

„Die Salzburger ÖVP wandelt offenbar auf den Spuren von Donald Trump. Was ihr nicht gefällt, wird einfach als Fake News abgestempelt. Damit bezichtigen sie auch die begründeten Sorgen der Oberpinzgauer Bevölkerung der Lüge. Es lässt sich aber nicht einfach wegreden, dass im Krankenhaus Mittersill derzeit knapp 50 Prozent der Arztstellen unbesetzt sind.  Ebenso entspricht es der Wahrheit, dass trotz jahrelanger Versprechen der dringende Bau der OP-Säle von Stöckl (ÖVP) erst vor wenigen Wochen infrage gestellt wurde. Zu einem neuerlichen Einlenken kam es erst, weil wir Druck gemacht haben. Mehr als 5.000 Unterschriften innerhalb einer Woche belegen, dass die Leute im Oberpinzgau ein ernstes Anliegen haben. Sie wollen ein Krankenhaus Mittersill, in dem Interne und Chirurgie auch in Zukunft rund um die Uhr geöffnet haben und es ist ihr gutes Recht, diesbezüglich eine Standortgarantie einzufordern“, reagierte der Salzburger SPÖ-Chef Walter Steidl bei der Kundgebung scharf auf jüngste Meldungen vonseiten der Volkspartei und ergänzte: „Auch der Niedernsiller Bürgermeister Brennsteiner, ein Schwarzer, hat bereits beklagt, dass beim Krankenhaus Mittersill der Hut brennt. Vielleicht sollten seine Parteifreunde mal bei ihm nachfragen.“